Leihbücherei - Bücher

Bücher

Leihbuch-Verlage

Damit man eine Leihbücherei betreiben konnte, musste das "Material", also die Bücher, ja irgendwo herkommen. Die Bücher bezog man von sogenannten Leihbuchverlagen.
Mehr über die Leihbuchverlage findet man unter Geschichte.

Bezug der Bücher

Wie kamen nun die Leihbücher von den Leihbuchverlagen in unsere Leihbücherei?

Die Leihbuchverlage beschäftigten sogenannte "Vertreter". Diese fuhren von Leihbücherei zu Leihbücherei, um die Bücher anzubieten und zu verkaufen. Nach einiger Zeit hatten meine Eltern, zu einigen Vertretern Vertrauen geschöpft und kauften vorzugsweise bei ihnen die Bücher für unsere Leihbücherei.

Die Vertreter hatten anfangs sogenannte "Klatten" dabei (ähnlich wie ein Tapezierbuch), wo die Titelbilder der Bücher abgebildet waren. Man konnte die gewünschten Bücher aussuchen und diese wurden dann vom Vertreter beim nächsten Besuch geliefert. Später kamen die Vertreter auch gleich mit Koffern voller Bücher (weil sie ja wussten was gewünscht wurde) und verkauften die Bücher gleich vor Ort.

Der Verkaufspreis eines Leihbuches lag zu Anfang bei ca. 5,80 Deutsche Mark und erhöhte sich in den Jahren von 6,80 Deutsche Mark auf 7,80 Deutsche Mark. Der Höchstpreis eines Leihbuchs lag bei einigen Verlagen sogar bei 8,80 Deutsche Mark.

Durch diese Preissteigerungen variierte auch die Verleihgebühr pro Buch. Lag sie anfangs bei ca. 25 bzw. 30 Pfennig je Buch (für eine Woche), stieg sie mit den Jahren aber auf 50 oder 60 Pfennig, damit zumindest wieder der Einkaufspreis für das Buch reinkam. Große Einnahmen konnte man da nicht erziehlen, außer vielleicht in großen Leihbüchereien. Daher hatten wir auch mehrere Außenstellen (in umliegenden Orten), aber trotzdem waren die Gewinne nicht üppig.

Vorbereitung und Nachbearbeitung der Bücher

Die gekauften Bücher wurden dann zum Schutz vor Schmutz mit Klarsichtfolie eingebunden. Man kann sich ja vorstellen, wie manches Buch nach vielen Ausleihen ausgesehen hat. Durch den Folieneinband konnte man den Buch-Umschlag abwaschen und er sah wieder Tip-Top aus. Bei den Inhaltsseiten war es natürlich nicht so und manches Buch konnte nicht mehr verliehen werden, weil Seiten beschmutzt oder sogar herausgerissen waren. Manche dieser Bücher verkaufte man dann für 1 Mark oder verschenkte diese an Verwandte oder gute Kunden.

Jedes Buch wurde auch auf der 1. Innenseite mit einer eindeutigen Nummer und dem Stempel der Leihbücherei versehen. Das sah dann zb. so aus:
Buchkennzeichnung

Die Buch-Nr. wurde dann beim "Ausleihen", in der Kartei-Karte des Lesers eingetragen; dazu später mehr unter Ausleihe.

Buchangebote

Was für Romane gab es?

Die Frauenromane:
Liebesromane, Adelsromane, Berg-, Bauern- und Heimatromane, Mutter- und Kindromane, Arztromane sowie Schicksalsromane, nahmen den Hauptanteil unter den Leihbüchern ein.

Die Männerromane:
zu denen Kriminalromane, Westernromane, Abenteuerromane, Piratenromane, Zukunftsromane (SF) sowie Legionärs- und Kriegsromane zählten.

Die Kinderromane:
z.B. Tarzan, Bomba, Das Pete-Buch usw.

Es gab auch noch die sogenannten "besseren Romane" und die "Sittenromane".

Abbildungen einiger Bücher

kommt noch